Turbulenzen im Bankensektor

Die Pleite der Silicon Valley Bank und der Untergang der Schweizer Crédit Suisse haben Bankaktien abstürzen lassen. Ist jetzt der richtige Zeitpunkt zum Einstieg?

Bankenkrise Credit Suisse

Die Vertrauenskrise 2.0 bei Banken

Gut möglich, dass der März 2023 als der schwarze Banken-März in die Geschichte eingehen wird. Genau 14 ½ Jahre nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers wankt die globale Bankenlandschaft erneut gehörig. Hat es anfangs noch so ausgesehen, als wäre die Insolvenz der US-amerikanischen Silicon Valley Bank ein singuläres, rasch gelöstes Problem, so war mit der kurz darauf folgenden gewaltigen Schieflage der Schweizer Großbank Crédit Suisse bald klar: Der Bankensektor weltweit steckt schon wieder in einer Vertrauenskrise. Auf einmal waren sie wieder da, längst in Vergessenheit geratene Begriffe wie „Bankrun“, „too big to fail“ oder „staatliche Bankenrettung“.

Die Bankenrettung in letzter Sekunde

Innerhalb weniger Stunden zogen Investoren Gelder aus den kriselnden Banken ab, Banktitel, auch österreichische, verloren massiv an Wert und die betroffenen Notenbanker wurden auf den Plan gerufen, um Schlimmstes zu verhindern. So viel vorab: Das Schlimmste konnte tatsächlich dank des beherzten Einschreitens der Aufseher vorerst einmal verhindert werden. Der Euro-Stoxx-Banks-Index befindet sich nach tagelanger Talfahrt wieder auf Erholungskurs und die beiden Problem-Institute wurden mit staatlicher Unterstützung innerhalb weniger Tage von Konkurrenzinstituten aufgefangen. Die Crédit Suisse ist nun Teil der UBS, die Silicon Valley Bank wurde von der First Citizens Bank übernommen. Also alles wieder gut? War der schwarze Banken-März am Ende gar nicht so schwarz?

Die Einlagensicherung in Europa

Könnte das am Ende sogar heißen, das Vertrauen in den Bankensektor ist wiederhergestellt? Zeit für eine Schnäppchenjagd? Die Antwort ist zweigeteilt: Kunden, die ihr Geld in europäischen bzw. österreichischen Banken geparkt haben, müssen sich weitgehend keine Sorgen machen. Die Einlagensicherung garantiert jedenfalls Beträge bis 100.000 Euro. Wer Gelder darüberhinaus auf der Bank liegen hat, sollte nicht erst seit dem jüngsten Bank-Crash an Diversifizierung denken.

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Europa lernt aus Bankenkrise von 2008

Aber ob man die verhältnismäßig günstigen Aktienkurse zum Zukauf nützen sollte, steht auf einem anderen Blatt. Auch wenn Politiker und Bankenaufseher die Stabilität des europäischen Finanzsystems nahezu minütlich propagieren und betonen, dass wir gerade kein Lehman 2.0 erleben, so ist doch Vorsicht angebracht. Richtig ist, dass nach der Bankenkrise im Jahr 2008 und folgende neue schärfere Regeln vor allem in Hinblick auf das Eigenkapital eingeführt wurden. In Europa beträgt die Mindestkapitalanforderung seither immerhin acht Prozent der risikogewichteten Aktiva. Wir finden dennoch, dass Anleger vorsichtig sein sollten. Dies aus mehreren Gründen: Die jüngsten Ereignisse haben einmal mehr deutlich gemacht, dass keine Bank, auch nicht eine Crédit Suisse, die zu den 30 größten Banken der Welt gehört hat und jedenfalls ein paar Tage vor dem Niedergang als ausreichend kapitalisiert galt, vor einem Bank-Run gefeit ist. Großbanken wie die Deutsche Bank, die der Aufsicht der European Banking Authority (EBA) unterliegen und regelmäßigen Stresstests unterzogen sind, sind –wie man in den letzten Tagen gesehen hat – auch nicht gefeit vor Short-Attacken, die den Aktienkurs von heute auf morgen um 15 Prozent abstürzen lassen. So wie es unter anderem auch bei der Deutschen Bank der Fall war.

Die Auswirkungen einer Bankenkrise

Dass die Notenbanken, um die Inflation in den Griff zu bekommen, weiter an der Zinsschraube drehen wollen, spricht ebenso wenig für einen Kauf von Banktiteln. Wie das Abwertungsrisiko von Immobilien, das Bankbilanzen weiter schwächen dürfte. Und noch etwas gilt es zu bedenken: Erste Aussagen von Aufsehern deuten darauf hin, dass die Regularien vor allem im europäischen Bankenbereich weiter verschärft werden dürften. Von 20 Prozent Eigenkapital und mehr ist zu hören. Das aber wiederum hätte voraussichtlich zur Folge, dass Banken ihre Erträge einbehalten, um den Anforderungen der Aufsicht gerecht zu werden. Die Folge: Der Aktionär würde vergeblich auf Dividenden warten. – Alles nicht unbedingt das beste Umfeld für ein aussichtsreiches Investment.

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