P2P Kredite Steuern

Hier findest Du hilfreiches Steuerwissen zum Thema P2P Kredite. Erfahre welche Art der Versteuerung hier angewendet wird und welche Steuerfreigrenzen es gibt.

Versteuerung P2P Kredite Österreich

In Österreich besteht die Möglichkeit der Beteiligung von Bürgern an P2P Krediten, diese werden in der Regel in Form eines Nachrangdarlehens eingeordnet und ermöglichen so als Kreditgeber an angeforderten Krediten mitzuinvestieren. Bei Geldanlagen durch Nachrangdarlehen, die öffentlich angeboten werden, handelt es sich um prospektpflichtige Veranlagungen im Sinne des Kapitalmarktgesetzes 2019.

Für Nachrangdarlehen ist in Österreich der persönliche progressive Einkommensteuertarif anzuwenden (§27 EStG). Die daraus erhaltenen Zinsen zählen zur Kategorie „Einkünfte aus Kapitalvermögen“, der besondere Steuersatz von 27,5% kommt hier allerdings nicht zur Anwendung (§27a (2) Abs. 1 EStG).

Steuerwissen für Anleger in Österreich

Steuerfreibetrag Nachrangdarlehen

Einkünfte aus P2P Krediten unterliegen der Einkommenssteuer gem. § 27 Abs. 1 EStG iVm § 27 Abs 2 Z 2 leg cit, wobei der jährliche Veranlagungsfreibetrag von 730€ zur Anwendung kommt. Sofern die erhaltenen Zinsen diesen Freibetrag übersteigen, müssen sie zum Zeitpunkt des Zuflusses, selbständig in die Steuererklärung aufgenommen werden und nicht erst dann, wenn das Geld das Verrechnungskonto des jeweiligen Anbieters verlässt.

Für den Anleger heißt das bei Investitionen in P2P Kredite

  • In den meisten Fällen Nachrangdarlehen (keine KESt)
  • Progressiver Einkommensteuersatz (0-55%)
  • Freibetrag in der Höhe von 730€ p.a.
  • Müssen über die Einkommenssteuererklärung geltend gemacht werden

Nachrangdarlehen

Die Definition zum Nachrangdarlehen seitens der FMA (Finanzmarktaufsicht) ist wie folgt: „Bei einem Nachrangdarlehen handelt es sich um ein Darlehen, bei welchem der Geldgeber akzeptiert, dass er im Rang hinter die anderen Gläubiger tritt. Der Geldgeber akzeptiert, dass er im Fall der Insolvenz des Darlehensnehmers sein Geld erst dann zurückbekommt, wenn davor alle anderen Gläubiger ihr Geld erhalten haben („Nachrangklausel“).“

„Es besteht dabei ein besonders hohes Risiko, dass für die Nachranggläubiger dann kein Geld mehr zur Verfügung steht. Nachrangdarlehen versprechen daher häufig höhere Zinsen als klassische Darlehen, da auch ein höheres Risiko besteht, kein Geld mehr zu erhalten.“