Besteuerung von Wertpapieren in Österreich

Die Kapitalertragsteuer, kurz KESt, ist eine Sonderform der Einkommensbesteuerung und wird in Österreich auf Erträge aus Kapitalanlagen fällig. Wertpapiergewinne sind mit der Kapitalertragsteuer endbesteuert. Endbesteuert bedeutet, dass mit dem Abzug der Kapitalertragsteuer die Einkommensteuer als abgegolten gilt.

Quellensteuer

Die Quellensteuer begleitet Dich zwangsläufig bei Dividendenausschüttungen ausländischer Unternehmen. Hier findest Du die wichtigsten Informationen zur Quellensteuer, eine Liste mit den Quellensteuersätzen aus über 15 Ländern sowie nützliche Praxisbeispiele.

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KESt-Verlustverrechnung

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Thesaurierung

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Besteuerung von REITs und BDCs

REITs (Real Estate Investment Trust) und BDCs (Business Development Company), welche in den meisten Fällen die Dividenden Ausschüttung monatlich durchführen, gehören laut österreichischer Rechtsprechung in die Besteuerung der sogenannten Immobilien-Investmentfonds. Das bedeutet, dass Deine Aktie aus Sicht des Finanzamts ein Nicht-Meldefonds ist und Dividenden als ausschüttungsgleiche Erträge angesehen werden, auf welche eine pauschale Besteuerung angewandt wird.

Das österreichische Steuerrecht ist in dieser konkreten Hinsicht sehr komplex, sodass verschiedene Broker hier verschiedene Arten der Besteuerung anwenden. Manche Anbieter ermöglichen erst gar nicht den Handel mit diesen Wertpapieren! Den Informationen nach, die wir aus unserer Community erhalten haben, führt die Hello Bank und die Dadat Bank zu viel Steuern ab, als eigentlich notwendig wäre. Diese zu viel bezahlten Steuern kannst Du Dir über die Einkommensteuererklärung mit dem Zusatzformular E1KV zurückholen. Flatex dürfte in diesem Bereich die Steuer korrekt verrechnen.

Aus diesem Grund kommt es bei REITs und BDCs bei verschiedenen Brokern zu verschieden hohen Steuerbelastungen! Zwischen 27,5% bis hin zu 42,5% auf Dividendenerträge sowie auf Kursgewinne kann alles dabei sein!

Zusätzlich sollte auch die Pauschalbesteuerung zu Jahresende von REITs berücksichtigt werden. Dieser Umstand liegt in Österreich vor, da es noch keine wirkliche Regelung für die Besteuerung dieser Sonderformen gibt.

Genaue Informationen zu diese beiden Fällen erhältst Du auf Anfrage beim jeweiligen Bankinstitut. Mit konkreten Fragen kannst Du Dich aber auch an Dein zuständiges Finanzamt wenden.

Beispiele für REITs und BDCs

Beliebte REITs wären: Realty Income, Iron Mountain, Tanger Factory Outlets oder auch Hamborner REIT AG

Beliebte BDCs wären: Ares Capital, Mainstreet Capital, Golub Capital BDC oder auch Prospect Capital

Steuerfreibeträge in Österreich

Steuerfreibetrag für Wertpapiere

In Österreich gibt es für Einkünfte mit dem Sondersteuersatz von 27,5% keinen Steuerfreibetrag! Das bedeutet, dass ab dem ersten Cent Kapitalgewinn (Zinsen, Dividenden, Wertpapiergewinne) die Kapitalertragsteuer fällig wird. Vermutlich hast Du schon einmal von einem Steuerfreibetrag in der Höhe von 801€ gehört. Vorsicht, diese Informationen betrifft ausschließlich das deutsche Steuerrecht, dieses ist bei uns in Österreich nicht gültig!

Im aktuellen Regierungsprogramm finden sich Hinweise darauf, dass die Regierung in Zukunft steuerliche Anreize beim Wertpapiersparen schaffen will.

Veranlagungsfreibetrag

Für lohnsteuerpflichtige Einkommen gibt es gemäß § 41 Abs. 3 EStG einen Freibetrag in Höhe von 730€. Beispiel: Einkünfte aus Crowdinvesting-Darlehen unterliegen der Einkommenssteuer gemäß § 27 Abs. 1 EStG iVm § 27 Abs. 2 Z 2, wobei der jährliche Steuerfreibetrag von 730€ zur Anwendung kommt.

KESt-Herabsetzung

Regelbesteuerungsoption

Als Österreicher ist es möglich, im Zuge der Einkommensteuererklärung eine KESt Rückzahlung zu erhalten. Das ist allerdings nur möglich, wenn Du weniger als 18.000€ im Jahr verdienst! Verdienst Du mehr als 18.000€ im Jahr, ist eine Herabsetzung nicht möglich. Der Hintergrund ist einfach erklärt, bis zu dieser Summe liegt der progressive Einkommensteuertarif bei 20%, hier kannst Du Dir über Deinen Lohnsteuerausgleich die zu viel bezahlte KESt zurückholen! Für genaue Details wende Dich bitte an einen Steuerberater. Genaueres kannst Du im § 27a Abs. 5 EStG nachlesen!

FAQ

Häufig gestellte Fragen

Hier sammeln wir Antworten auf häufig gestellte Fragen im Zusammenhang mit der Besteuerung von Wertpapieren.

Nein, wenn Du Dein Depot bei einem steuereinfachen Broker hast! Dieser führt die Kapitalertragsteuer automatisch in Deinem Namen an das zuständige Finanzamt ab. Du brauchst Dich um nichts kümmern!

Ja, wenn Du einen nicht-steuereinfachen Broker wie z.B. Traderepublic oder Degiro verwendest! In diesem Fall bist Du für die korrekte Versteuerung verantwortlich. Wir empfehlen ausschließlich steuereinfache Broker!

Nein, wenn Du einen steuereinfachen Broker nutzt! Dieser führt die österreichische KESt automatisch an das zuständige Finanzamt ab!

Ja, wenn Du einen im Ausland ansässigen Broker nutzt. In diesem Fall haftest Du für Deine Angaben, mögliche Steuerauszüge sind mit Vorsicht zu genießen! Wir empfehlen für den langfristigen Vermögensaufbau ausschließlich die Verwendung steuereinfacher Broker!

Nein, in Österreich gibt es keinen Steuerfreibetrag auf Dividenden! Sobald eine Aktie mit Gewinn veräußert wird oder Zins- bzw. Dividendenzahlungen auf Deinem Konto eingehen, ist die Kapitalertragsteuer fällig. Dein steuereinfacher Broker führt diese automatisch an das zuständige Finanzamt ab.

Kapitalanlagen sind Investitionen in Finanzprodukte mit dem Ziel, einen gewissen Ertrag aus dem Investierten Geld zu erwirtschaften. Kapitalanlagen wären zum Beispiel Aktien, Anleihen, Rohstoffe, Eigentumswohnungen zum Zwecke der Vermietung und ebenso das Sparkonto sowie der Bausparvertrag.

 

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