Aktien oder ETFs – welche langfristige Geldanlage passt für mich?

Wer sich mit dem Thema Investieren beschäftigt ist bestimmt über die Begriffe Aktien und ETFs gestolpert. Was ist jedoch der Unterschied zwischen diesen beiden Anlegeformen und welche ist die passende Finanzstrategie für mich?

Titel, Logo, Mann in Anzug

Gerade in jungen Jahren ist das Bilden einer Reserve wichtig, zuerst für größere Aufwendungen wie Wohnraum und dann als langfristige Geldanlage für die private Altersvorsorge. Traditionell war das mit festverzinslichen Wertpapieren möglich. Heute ist das eindeutig nicht mehr der Fall, denn die Zinsen sind niedriger als die Inflation. Aus diesem Grund verzichten auch viele auf das Ausscheiden von Reserven, aber das wäre ein schwerer Fehler. Es gibt nämlich durchaus Alternativen und zwar mit Aktien und ETFs.

Was sind Aktien und ETFs genau? 

Der Starinvestor Warren Buffet und viele seine Kollegen vertreten die Ansicht, man sollte nur in Dinge investieren, die man auch versteht. Eine langfristige Geldanlage in Aktien und ETFs sollte also nur mit diesem Grundverständnis erfolgen. 

Mit einer Aktie erwirbst Du einen Anteil an einem Unternehmen, eben einer Aktiengesellschaft. Für Dich als Investor bietet sie zwei Ertragsquellen. Die bekanntere ist der Kursgewinn, auf den praktisch alle Investoren in Aktien hoffen. 

Du solltest aber auch die Dividende nicht vernachlässigen. Das ist eine Gewinnbeteiligung, die viele Aktiengesellschaften an alle Aktionäre ausschütten. Es gibt etliche Unternehmen, die eine solche Ausschüttung schon Jahrzehnte regelmäßig jedes Jahr auszahlen. 

Ein ETF ist ein Typ eines Fonds, der verschiedene Aktien enthält. Mit einer Investition in ETFs beteiligst Du Dich also an allen diesen Aktien. Die Abkürzung ETF steht für Exchange-Traded Fund und bedeutet, dass ein solcher Fond wie eine Aktie an der Börse gehandelt wird. Konventionelle Fonds werden direkt von einer Gesellschaft vertrieben. Sie sind üblicherweise mit höheren Kosten verbunden und es kann lange dauern, bis Du sie wieder verkaufen kannst. ETFs hingegen haben an der Börse einen Tageskurs und können so schnell und einfach gehandelt werden wie eine einzelne Aktie. Auch die Gebühren für das Management des Fonds sind viel niedriger, was ein großer Vorteil ist. Du hast eine große Auswahl an ETFs. Viele enthalten alle Aktien eines Index, andere zum Beispiel solche mit einer zuverlässigen Dividendenausschüttung.

Sind nun Aktien oder ETFs besser für eine langfristige Geldanlage? 

Die kurze Antwort lautet, dass im Prinzip beide geeignet sind, Aktien aber viel mehr Aufwand bedeuten und dieser Weg ein ernsthaftes Interesse an der Sache erfordert. 

Eine der einfachsten Möglichkeiten für eine langfristige Geldanlage ist der Erwerb einiger ETFs. Diese können große Aktienindices wie den deutschen DAX oder den britischen FTSE 100 abdecken. Mit einer Investition in einen ETF für den DAX bist du automatisch an den 40 größten Aktiengesellschaften Deutschlands beteiligt. Damit profitierst Du also vom allgemeinen Wirtschaftswachstum, der sich in einem Kursanstieg zeigen wird und auch von den Dividendenzahlungen dieser Unternehmen.

Entwicklung eines Aktienkurses

Mit Aktien ist eine langfristige Anlage aufwendiger. Zuerst ist es unbedingt erforderlich, in mindestens etwa ein halbes Dutzend solcher Einzeltitel zu investieren. Dies ist aus Gründen der Diversifikation nötig, den Du möchtest nicht riskieren, durch ein individuelles Problem in einem Unternehmen wie einen Konkurs einen Großteil Deines Kapitals zu verlieren. 

Das bedeutet aber auch, dass Du die wirtschaftliche Situation Deiner Aktiengesellschaften genau erheben und auch ständig im Auge behalten musst. Es steht ständig die Frage im Raum, ob Du Dein Kapital in diesen Unternehmen belassen möchtest oder ob Du bessere Chancen anderswo siehst. 

Deine Tätigkeit für eine solche langfristige Geldanlage ist der eines Analysten für einen aktiv gemanagten Fonds sehr ähnlich. Die Erfahrung zeigt, dass auch unter professionellen Analysten, die ihre gesamte Zeit auf diese Tätigkeit verwenden, nur ein kleiner Bruchteil besser abschneidet als der Durchschnitt eines Aktienindex. 

Es ist zwar richtig, dass Du als Einzelinvestor auch gewisse Vorteile im Vergleich zu Fondsmanagern hast. Du kannst in kleine Aktiengesellschaften investieren, die für einen Fond nicht interessant sind. Auch musst Du keine Quartalszahlen vorlegen und arbeitest nur auf eigene Verantwortung. Trotzdem bleibt der Weg nur mit Einzelaktien sicher eine große Herausforderung.

Fazit

Wenn Du als Investor eine langfristige Geldanlage suchst und nicht zu viel Zeit und Aufwand auf die Analyse von einzelnen Aktien aufwenden möchtest, bist du mit ETFs am besten bedient. Nur in Aktien zu investieren ist möglich, aber riskanter und wesentlich aufwendiger. 

Falls Du Interesse an der Analyse von Aktien und den dahinter stehenden Unternehmen hast, bietet sich eine Kombination an. Den größeren Teil Deines Kapitals investierst du in ETFs. Als Ergänzung kaufst Du Aktien derjenigen Unternehmen, die Dich interessieren und von deren Geschäftsmodell Du etwas verstehst. Damit bekommst Du ein Gefühl für die Börse, ohne Deine langfristige Geldanlage ernsthaft aufs Spiel zu setzen. 

Je jünger Du bist, umso erfolgversprechender ist eine langfristige Geldanlage in ETFs oder Aktien. Die Börse ist kurzfristig eine Umfrage, langfristig aber eine Waage. Je länger Dein Zeithorizont ist, umso weniger müssen Dich die kurzfristigen Kursschwankungen kümmern. 

Das Eröffnen eines Kontos bei einem Online-Broker ist ein erster sinnvoller Schritt in diese Richtung. Dort hast Du nicht nur die Möglichkeit zum Handel mit ETFs und Aktien, sondern findest auch Informationen zum Thema Investieren.

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