Welche Steuern fallen bei Investmentfonds und ETFs in Österreich an?
Für Privatanleger in Österreich gilt bei üblichen Fonds und ETFs grundsätzlich ein Steuersatz von 27,5 Prozent auf steuerpflichtige Erträge. Dazu gehören ausgeschüttete Erträge, ausschüttungsgleiche Erträge und Gewinne beim Verkauf deiner Anteile. Besteuert wird dabei nicht einfach der gesamte Depotwert.
Was sind ausschüttungsgleiche Erträge?
Ausschüttungsgleiche Erträge sind bestimmte Erträge eines Fonds oder ETFs, die dir steuerlich zugerechnet werden, obwohl du keine entsprechende Auszahlung erhältst. Dazu zählen beispielsweise im Fonds einbehaltene Dividenden und Zinsen sowie ein gesetzlich festgelegter Teil realisierter Gewinne.
Deshalb können in Österreich Steuern anfallen, obwohl du weder Geld ausgezahlt bekommen noch ETF-Anteile verkauft hast. Das betrifft vor allem thesaurierende ETFs, kann aber auch bei ausschüttenden Fonds vorkommen. Ein bloßer Kursanstieg deines ETFs ist dagegen nicht automatisch ein ausschüttungsgleicher Ertrag.
Bei einem Meldefonds ergeben sich die maßgeblichen Beträge aus den veröffentlichten Steuerdaten. Dein steuereinfacher Broker nutzt diese Daten für die Abrechnung. Die gesetzliche Grundlage findest du in § 186 Abs. 2 InvFG.
Wer kümmert sich um die ETF-Steuern?
Bei einem steuereinfachen Broker wird die österreichische Kapitalertragsteuer automatisch berechnet und abgeführt. Für korrekt endbesteuerte ETF-Erträge musst du normalerweise keine zusätzlichen Angaben in deiner Steuererklärung machen.
Führt dein Broker keine österreichische KESt ab, musst du steuerpflichtige Ausschüttungen, ausschüttungsgleiche Erträge und Verkaufsgewinne grundsätzlich selbst in deiner Steuererklärung berücksichtigen. Welche Anbieter die Steuerabwicklung übernehmen, zeigt unser Broker-Vergleich für Österreich.