Gold wirft keine Zinsen und keine Dividende ab. Es ist kein Produkt, das arbeitet – es ist ein Wertspeicher. Man kauft Gold nicht, um den Markt zu schlagen, sondern um Vermögen zu diversifizieren.
Mit den gängigen Argumenten sollte man dabei ehrlich umgehen. Historisch lag die Korrelation von Gold zu Aktien im langjährigen Schnitt nahe null, was Gold zum klassischen Streuungsbaustein gemacht hat. In den letzten Jahren ist diese Korrelation allerdings gestiegen: 2025 lief Gold streckenweise wie ein Aktienwert mit, und der Diversifikationseffekt war zeitweise kaum vorhanden. Verlässlich zeigt sich der Schutzcharakter vor allem in akuten Krisen wie 2008 oder 2020, nicht Jahr für Jahr.
Auch beim Thema Inflationsschutz lohnt der genaue Blick. In den Hochinflationsjahren der 1970er hat Gold diese Rolle erfüllt, über weite Strecken der 1990er bis 2010er dagegen nicht – Untersuchungen finden kurzfristig keinen verlässlichen Zusammenhang zwischen Inflationsrate und Goldpreis. Der jüngste Höhenflug (Gold stieg 2025 zeitweise über 4.000 US-Dollar je Unze) hat die durchschnittliche Rendite von Gold stark nach oben gezogen. Solche Phasen sagen aber wenig über die Zukunft aus: Gold kann ebenso heftig schwanken und über Jahre seitwärts oder abwärts laufen.
Wer das im Kopf behält, stellt sich als Nächstes zwei Fragen: Wie viel Gold gehört überhaupt ins Depot – und in welcher Form kaufe ich es?
